Augstenberg Wanderung - Auf dem Fürstin-Gina-Weg unterwegs

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Zeitbedarf (ohne Fahrt) Distanz (Richtwert) Höchster Punkt Schwierigkeit Voraussetzungen
3.5 Stunden 11.5 km 2’359 m ü. M. T3 - anspruchsvolles Bergwandern Trittsicherheit
Schwindelfreiheit
 

Auf 2’359 Meter über Meer stellt dieser Gipfel sogar die Drei Schwestern in den Schatten. Trotz den windigen Verhältnissen habe ich es vor wenigen Wochen gewagt, auf dem Fürst-Gina-Weg in Richtung des Augstenbergs zu wandern. Lia konnte mich auf dieser Wanderung leider nicht begleiten, da die Liechtensteiner Arbeitgeber leider den 1. August ganz anders feiern als die Schweizer: Sie arbeiten.

Start im Liechtensteiner Malbun in Richtung Fürstin-Gina-Weg

Die genaue Detaillierung des Malbuns ist wichtig, denn gleich auf der anderen Seite der Grenze, in der Schweiz, befindet sich eine zweite Ortschaft mit dem selben Namen. Wer sich in der Planung vertan hat, muss aber nichts befürchten, denn auch vom Schweizer Malbun (oder wie wir es nennen: Malbuu) kann man eine herrliche Wanderung auf den Margelchopf machen.

Das liechtensteiner Busnetzwerk hat mir erlaubt, früh und, noch wichtiger, schnell von Buchs aus nach Malbun zu gelangen. Mit der Kamera und etwas Proviant in der Tasche beginnt meine Wanderung an der Haltestelle Malbun, Jöraboda (wo es auch zahlreiche Parkplätze gibt). Ein gut markierter Pfad führt am Hang des Dörfchens entlang. Vorbei an Wiesen voller Blumen führt dieser breite Kiesweg, bis ich auf einem schmalen Pfad durch eine verwachsene Wiese auf den Fürstin-Gina-Weg gelange. Auf diesem Weg dachte ich mich verlaufen zu haben. Glücklicherweise hatte ich die Route mit der Komoot App bereits geplant (Vorausplanen lohnt sich immer!) und war innert schnellster Zeit wieder auf gutem Weg in Richtung Grat.

Auf dem Fürstin-Gina-Weg zum Augstenberg

Entlang des Grats führt der Fürstin-Gina-Weg in Richtung des Augstenbergs. An dieser Stelle spielte ich stark mit dem Gedanken, mich wieder auf den Heimweg zu machen. Am Beginn des Fürstin-Gina-Wegs warnt auch bereits ein Schild: "Hier sollst Du nur weitergehen, wenn Wanderer, Schuhwerk und Bekleidung als bergtüchtig bezeichnet werden können". Nicht die Ausrüstung machte mir zu schaffen sondern das Wetter. Wegen des starken Windes konnte ich kaum noch aufrecht stehen und das Fotografieren war kaum möglich, weil mein Stativ ständig weggeweht wurde. Nach einem kurzen Rast beruhigte sich das Wetter und als ein Vater mit zwei jungen Kindern mir entgegenkam, war ich wieder entschlossen, diese Wanderung fortzusetzen. Der Augstenberg und nicht die Bushaltestelle war nun wieder mein nächstes Ziel!

Entlang dieses Grats ist Schwindelfreiheit eine klare Voraussetzung. Links und rechts des ungefähr ein Meter breiten Pfades geht es steil bergab. Glücklicherweise stellt sich das Besteigen des Gipfels als viel einfacher heraus als es zu Beginn aussieht. Auf den letzten Metern, die über grosse Böller führen, ist nichtsdestotrotz Vorsicht geboten.

Vom Augstenberg via Pfälzerhütte wieder zurück nach Malbun

Der Abstieg ist ähnlich wie der Aufstieg: Sieht schwierig aus, ist aber schnell gemeistert. Nebst den grünen Weiden und farbigen Blumen gibt es auf diesem Weg ein weiteres Highlight: Die Pfälzerhütte. So genannt, weil sie 1927 von Wandern aus der Pfalz, eine Region in Südwestdeutschland, gebaut wurde, heisst die Pfälzerhütte verschwitzte Wanderer und Mountainbiker von ungefähr Mitte Juni bis etwa Mitte Oktober auf ein erfrischendes Getränk willkommen. Leider war ich etwas knapp in der Zeit, weil ich bereits den Auftrag erhalten hatte, den Grill anzumachen und musste dieser Schutzhütte leider wieder schnell den Rücken zukehren. Der Abstieg führt wieder entlang in Weiden geschnittenen, schmalen Pfaden in Richtung Malbun. Eine Warnung an alle mit schlechten Knien: Der Abstieg ist durchaus steil und besteht aus vielen Treppen.

Wieder an meinem Ausgangspunkt angelangt, warte ich auf einer Bank bis mich der Bus wieder auf die andere Seite des schönen Rheintals nimmt. Eine durchaus lohnenswerte Wanderung mit einer gewaltigen Aussicht im Fürstentum Liechtenstein!